Stolpersteine in Hemer verlegt

Am vergangenen Freitag wurden in Hemer unter großer Beteiligung der Bürgerschaft in feierlichem Rahmen Stolpersteine verlegt. Dabei wurde nach einem offiziellen Teil im JUK an den einzelnen Orten der Menschen gedacht, die dort gelebt haben und ihre Geschichte erzählt. Unter den zahlreichen Teilnehmern der Veranstaltung waren von der FDP-Fraktion auch Andrea Lipproß, Arne Hermann Stopsack sowie Hans-Jürgen und Edda Großmann.
Die Stolpersteine erinnern an die Menschen jüdischen Glaubens, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Hemer lebten und Opfer von Verfolgung, Diskriminierung und Mord wurden. Sie sind ein Zeichen des Gedenkens und der Mahnung, damit die Geschichte nicht vergessen wird.
Vor 30 Jahren initiierte der Künstler Gunter Demnig ein inzwischen weltweit verbreitetes Projekt: in Handarbeit aus Beton gegossene Würfel, einem Pflasterstein ähnlich, mit einer 10x10 cm großen Messingplatte, graviert mit Namen, Lebensdaten und Verfolgungsstationen der von den Nationalsozialisten 1933-1945 verfolgten Mitbürger. Diese „Stolpersteine“ werden in den Gehweg vor dem jeweils letzten frei gewählten Wohnort der Verfolgten bündig im Niveau eingesetzt und lassen die Vorbeigehenden „gedanklich stolpern“, indem sie auf das Schicksal aufmerksam machen. Sie sind keine Grabplatten, sondern sollen im Alltag gerade dort, wo diese Mitmenschen gelebt und gearbeitet haben, an die so dramatische Missachtung und Entwürdigung erinnern. Dieses größte dezentrale Mahnmal der Welt umfasst inzwischen mehr als 100.000 Stolpersteine in und außerhalb Europas.
Verlegung der Stolpersteine
Die Suche nach Informationen zum Schicksal der Opfer des Nationalsozialismus in Hemer führt zu Dokumenten aus Literatur, Archiven und Internet, zu Zeitzeugen und Nachkommen der Überlebenden, die teilweise im Ausland leben. Kontakt besteht ebenso zu anderen Stolpersteininitiativen unserer Region. In Hemer haben sich Privatpersonen, Schüler und Schülerinnen der drei weiterführenden Schulen mit Lehrern, Mitarbeitern des Kulturbüros und des Archivs der Stadt Hemer sowie Mitglieder des Vereins für Hemeraner Zeitgeschichte als Arbeitsgruppe „Stolpersteine in Hemer“ zusammengeschlossen. Am 24. September 2024 hat der Rat der Stadt Hemer den einstimmigen Beschluss zur Verlegung weiterer Stolpersteine gefasst. Inzwischen wird das Projekt auch durch Hemeraner Vereine, Firmen, Parteien und die Kirchen unterstützt.